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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.

Die Psyche umfasst alle Funktionen, die beeinflussen, wie Menschen denken, fühlen und handeln. Dabei kann zwischen dem inneren Erleben, beispielsweise Gedanken, Gefühlen oder Motivation, und dem nach außen beobachtbaren Verhalten unterschieden werden.
Im DELTA+ beschreibt die Kategorie Psychologie die psychischen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Entwicklungsprozesse, die für die sportliche und persönliche Entwicklung von Athlet*innen relevant sind. Dazu gehören unter anderem Wahrnehmung und Denken, Emotionen, Motivation und Volition, Persönlichkeit sowie Selbstbild und Identität.
Psychische Faktoren sind ein Bestandteil der langfristigen Leistungsentwicklung. Ihre Bedeutung und Ausprägung können sich im Entwicklungsverlauf verändern. Sportpsychologische Arbeit begleitet diesen Prozess, indem psychische Voraussetzungen erfasst, Fähigkeiten gezielt entwickelt und Athlet*innen beim Umgang mit sportlichen Anforderungen unterstützt werden.
Abgrenzung: Verwandte Inhalte finden sich auch in Person & Entwicklung, Gesundheit und Umfeld. In der Kategorie Psychologie stehen die psychischen Leistungsvoraussetzungen und deren Entwicklung im Mittelpunkt.
Sportpsychologische Begleitung verfolgt drei miteinander verbundene Ziele:
Im DELTA+ stehen diese Ziele in Verbindung mit weiteren Kategorien. Die Kategorie Psychologie fokussiert die psychischen Leistungsvoraussetzungen, während Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsförderung zusätzlich in Person & Entwicklung bzw. Gesundheit aufgegriffen werden.
Psychische Faktoren umfassen unterschiedliche Prozesse und Strukturen, die für die sportliche Entwicklung relevant sein können.
Kognitionen umfassen Wahrnehmung, Denken und Gedächtnisprozesse. Dazu gehören beispielsweise Aufmerksamkeit oder die mentale Vorstellung von Bewegungsabläufen.
Emotionen umfassen Gefühle und Stimmungen, beispielsweise Freude, Frust oder Angst.
Motivation und Volition betreffen Motivation, Wille und Willenskraft. Dazu gehören beispielsweise das Setzen von Zielen, Leistungsbereitschaft und das Überwinden innerer Widerstände.
Persönlichkeit umfasst individuelle Eigenschaften der Athlet*innen und deren unterschiedliche Veränderbarkeit.
Selbstbild und Identität beziehen sich darauf, wie Athlet*innen sich selbst wahrnehmen und welche Vorstellungen sie über sich selbst entwickeln.
Diese Bereiche wirken nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen gemeinsam das Erleben und Verhalten in Training, Wettkampf und sportlichem Alltag.
Athlet*innen bringen unterschiedliche psychische Voraussetzungen mit. Gleichzeitig verändern sich diese im Entwicklungsverlauf. Psychische Fähigkeiten sollten deshalb nicht als statische Eigenschaften, sondern im Zusammenhang mit Lern- und Entwicklungsprozessen betrachtet werden.
Auch die Anforderungen unterscheiden sich zwischen Sportarten und Situationen. Welche psychischen Faktoren besonders relevant sind, sollte deshalb sportartspezifisch und individuell betrachtet werden.
Das Erfassen psychischer Stärken und Entwicklungsfelder schafft die Grundlage dafür, Athlet*innen gezielt zu fördern und psychologische Entwicklungsziele an ihre individuellen Voraussetzungen anzupassen.
Gerade im Kindes- und Jugendalter sollten psychische Faktoren dabei zur Talententwicklung und nicht als alleinige Grundlage der Talentauswahl genutzt werden.
Emotionen gehören zu Training und Wettkampf und können das Handeln und die sportliche Leistung beeinflussen. Dabei gibt es nicht grundsätzlich „gute“ oder „schlechte“ Emotionen. Auch unangenehm wahrgenommene Emotionen können eine Funktion erfüllen.
Welche Emotionen hilfreich oder hinderlich sind, unterscheidet sich zwischen Athlet*innen und Situationen. Entscheidend ist deshalb, eigene Emotionen wahrzunehmen, ihre Wirkung zu verstehen und einen individuell funktionalen Umgang mit ihnen zu entwickeln.
Trainer*innen können Athlet*innen dabei unterstützen und durch ihr Verhalten ebenfalls Einfluss auf das emotionale Erleben nehmen.
Psychische Fähigkeiten können im Trainingsprozess gezielt entwickelt werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den individuellen Voraussetzungen, der Sportart, der Situation und dem Entwicklungsstand der Athlet*innen ab.
Sportpsychologische Interventionen können unterschiedliche Bereiche adressieren. Dazu gehören beispielsweise Entspannungsverfahren, Visualisierung, Zielsetzungsstrategien sowie Kommunikations- und Teambuildingmaßnahmen.
Trainer*innen können psychologische Entwicklungsprozesse beispielsweise durch individuelles Feedback, geeignete Lernbedingungen, Erfolgserlebnisse und einen konstruktiven Umgang mit Fehlern unterstützen. Je nach Fragestellung kann darüber hinaus professionelle sportpsychologische Unterstützung sinnvoll sein.
Psychische Faktoren sind über die gesamte sportliche Entwicklung relevant. Welche Anforderungen im Vordergrund stehen und welche psychischen Fähigkeiten besonders gefordert werden, kann sich jedoch mit dem Entwicklungsstand, den sportlichen Anforderungen und der individuellen Situation verändern.
Mit steigenden Anforderungen können beispielsweise der Umgang mit Druck und Belastungen, Emotionsregulation oder der zuverlässige Leistungsabruf an Bedeutung gewinnen. Themen wie mentale Stärke und mentale Erschöpfung bieten zusätzliche Perspektiven auf psychische Anforderungen im Leistungssport.
Die psychologische Entwicklung sollte deshalb nicht für alle Athlet*innen und Entwicklungsphasen gleich gestaltet werden. Im DELTA+ werden die jeweiligen psychologischen Schwerpunkte den einzelnen Entwicklungsphasen zugeordnet.
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