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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.

In T2 werden psychologische Merkmale und Fähigkeiten als Teil einer multidimensionalen Betrachtung der Athlet*innenentwicklung berücksichtigt. Sie sollten dabei nicht isoliert oder anhand einzelner Momentaufnahmen bewertet werden.

  • Psychologische Fähigkeiten wie Aufmerksamkeitssteuerung, Emotionsregulation, Zielsetzung oder der Umgang mit Druck können entwickelt und trainiert werden.
  • Mit zunehmenden Trainings-, Wettkampf- und Bewertungssituationen können Anforderungen an Selbstregulation und den Umgang mit Erwartungen an Bedeutung gewinnen.
  • Psychologische Merkmale und Verhaltensweisen werden im Entwicklungsverlauf und im jeweiligen Kontext betrachtet. Sie dienen nicht allein als Grundlage für Auswahl- oder Ausschlussentscheidungen.
  • Athlet*innen sollten darin unterstützt werden, eigene Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Ziele zu reflektieren und zunehmend aktiv in ihre Entwicklung einzubringen.

Psychologische Fähigkeiten entwickeln statt „Typen“ festschreiben

Psychologische Fähigkeiten und Verhaltensweisen sind im Nachwuchsleistungssport nicht einfach als feste Eigenschaften zu verstehen. Viele psychologische Skills können gezielt entwickelt werden und verändern sich mit Erfahrungen, Anforderungen und dem Entwicklungsverlauf.

Gerade bei der Einschätzung von Potenzial sollten aktuelle psychologische Merkmale deshalb nicht vorschnell als stabile „Typmerkmale“ interpretiert werden.

→ FAQ: Mit Köpfchen zum Erfolg – Trainierbar oder Typfrage?

Das FAQ unterscheidet ausdrücklich zwischen trainierbaren psychologischen Skills und stabileren Persönlichkeitseigenschaften. Besonders wertvoll für T2 ist der Hinweis, dass psychologische Fähigkeiten bzw. Persönlichkeitsmerkmale nicht für Auswahlentscheidungen herangezogen werden sollten, weil ihre prognostische Bedeutung begrenzt ist und psychische Prozesse im Kindes- und Jugendalter Veränderungen unterliegen.

Mit Druck, Erwartungen und Emotionen umgehen

Training, Wettkampf, Leistungsbewertung und Konkurrenz können mit unterschiedlichen Emotionen und Erwartungen verbunden sein. Entscheidend ist nicht, unangenehme Emotionen grundsätzlich zu vermeiden, sondern Athlet*innen dabei zu unterstützen, sie wahrzunehmen und geeignete Strategien für den Umgang damit zu entwickeln.

Trainer*innen können hierzu Situationen im Training aufgreifen, offen über Belastungen und Erwartungen sprechen und gemeinsam mit Athlet*innen erarbeiten, welche Emotionen in unterschiedlichen Situationen hilfreich sein können und wie diese gezielt beeinflusst werden können.

Emotionen verstehen und im Trainingsalltag begleiten

→ FAQ: Welche Emotionen gibt es im Nachwuchsleistungssport? Und wie kann man mit ihnen umgehen?

Die FAQ zeigt, welche Emotionen im Nachwuchsleistungssport auftreten können und wie Athlet*innen dabei unterstützt werden können, diese situations- und kontextbezogen zu reflektieren.

→ FAQ: Was kann ich als Trainer*in tun, um positive Emotionen zu erzeugen?

Die FAQ gibt konkrete Anregungen, wie Trainer*innen über Kommunikation, Feedback, positive Erinnerungen, Selbstgespräche oder die eigene emotionale Ausstrahlung Einfluss auf das emotionale Erleben von Athletinnen nehmen können. Welche Strategien hilfreich sind, sollte dabei individuell und situationsbezogen gemeinsam mit der Athlet*in erarbeitet werden.

Sportspezifisches Selbstvertrauen stärken

Selbstvertrauen entsteht und verändert sich durch Erfahrungen. Trainer*innen können dazu beitragen, indem sie unter anderem Lern- und Erfolgserfahrungen ermöglichen, Rückmeldungen gezielt einsetzen und Athlet*innen bei einer realistischen Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten unterstützen.

→ Infografik: Strategien zur Entwicklung des sportspezifischen Selbstvertrauens

Referenzen

Bergeron, M. F., Mountjoy, M., Armstrong, N., et al. (2015). International Olympic Committee consensus statement on youth athletic development. British Journal of Sports Medicine, 49(13), 843–851.

Beaumont, C., Maynard, I. W., & Butt, J. (2015). Effective ways to develop and maintain robust sport-confidence: Strategies advocated by sport psychology consultants. Journal of Applied Sport Psychology, 27(3), 301–318.

Descheemaeker, K., Shibli, S., Weissensteiner, J. R., & De Bosscher, V. (2025). Youth sport and talent development policies: An umbrella review of the foundation and talent phases for future high performance. Journal of Sports Sciences.

Lautenbach, F., & Ochs, J. (2022). Welche Emotionen gibt es im Nachwuchsleistungssport? Und wie kann man mit ihnen umgehen? IAT Wissen kompakt.

Nikoleizig, L., & Heinrich, A. (2021). Mit Köpfchen zum Erfolg – Was gehört zur Psyche und warum berücksichtigen wir psychische Faktoren im Nachwuchsleistungssport? IAT Wissen kompakt.

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