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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.

Bedeutung des Umfelds in T2

In der Phase T2 unterstützt das Umfeld Athlet*innen dabei, ihr Potenzial langfristig zu bestätigen und sich im Nachwuchsleistungssport weiterzuentwickeln. Mit zunehmenden Trainings- und Wettkampfanforderungen gewinnen strukturierte Fördermaßnahmen, geeignete Trainingsbedingungen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Athlet*innen, Trainer*innen, Eltern bzw. Sorgeberechtigten, Schule und weiteren beteiligten Akteur*innen an Bedeutung.

Dabei können sich Rollen, Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen verändern. Ein abgestimmtes Umfeld unterstützt die sportliche und persönliche Entwicklung, begleitet mögliche Veränderungen und Übergänge und bezieht Athlet*innen zunehmend in Entscheidungen über ihre eigene Entwicklung ein.

Entwicklung gemeinsam begleiten

Athlet*innen entwickeln sich nicht losgelöst von ihrem Umfeld. Trainer*innen, Eltern bzw. Sorgeberechtigte, Trainingsgruppe, Schule sowie Verein und Verband können unterschiedliche Perspektiven und Unterstützungsmöglichkeiten einbringen.

Welche Unterstützung gebraucht wird, ist individuell verschieden. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig miteinander und mit der Athlet*in ins Gespräch zu kommen, Veränderungen wahrzunehmen und gemeinsam zu prüfen, wo Anpassungsbedarf besteht.


Welche Faktoren im Umfeld können die Entwicklung unterstützen oder erschweren? Das FAQ zeigt Ansatzpunkte für Gespräche mit Athlet*innen und beleuchtet unter anderem die Trainer*innen-Athlet*innen-Beziehung, Trainingsgruppe, Bildung sowie Verband und Förderpartner.

→ FAQ: Können Umfeldbedingungen die Leistung beeinflussen? Wenn ja, wie kann ich sie verbessern?

Veränderungen und Übergänge begleiten

Mit der weiteren Entwicklung im Nachwuchsleistungssport können sich auch die Rahmenbedingungen verändern. Dazu können beispielsweise ein Wechsel der Trainingsgruppe oder Trainer*in, neue Trainingsstandorte, längere Wege oder Veränderungen im schulischen und sozialen Umfeld gehören.

Solche Veränderungen sollten frühzeitig vorbereitet und gemeinsam mit der Athlet*in begleitet werden. Wichtig ist, relevante Bezugspersonen einzubeziehen, Verantwortlichkeiten zu klären und darauf zu achten, welche Unterstützung die Athlet*in in der jeweiligen Situation benötigt.

Welche Personen, Strukturen und Angebote besonders wichtig sind, kann sich im Verlauf einer sportlichen Entwicklung verändern. Das Beispiel des Radsportlers Felix Groß zeigt aus Sportlerperspektive, wie unterschiedliche Bestandteile des Umfelds im Karriereverlauf an Bedeutung gewinnen können.

→ Infografik: Was macht ein erfolgreiches Umfeld aus? Sportlerperspektive von Felix Groß

Das eigene Entwicklungsumfeld reflektieren

Die Umfeld-DNA bietet einen Orientierungsrahmen, um Strukturen, Prozesse und Ergebnisse eines Talententwicklungsumfelds systematisch zu betrachten. Sie kann dabei helfen, Stärken und Entwicklungsfelder sichtbar zu machen und gemeinsam zu überlegen, an welchen Stellen Veränderungen sinnvoll sind.

→ Infografik: Umfeld-DNA

Umfeldqualität systematisch weiterentwickeln

Mit dem TDE-QM können ausgewählte Qualitätsbereiche eines Talententwicklungsumfelds gemeinsam mit Athlet*innen, Trainer*innen und weiteren Beteiligten betrachtet und weiterentwickelt werden. Der Prozess orientiert sich am PDCA-Zyklus und unterstützt dabei, Entwicklungsfelder zu identifizieren, Maßnahmen abzuleiten und Veränderungen erneut zu überprüfen.

→ TDE-QM öffnen(Login erforderlich)

Praxisbeispiel: Schule und Leistungssport gemeinsam organisieren

Wie eine solche Zusammenarbeit konkret gestaltet werden kann, zeigt das Beispiel des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin. Die dargestellten Rollen und Prozesse sind ein Praxisbeispiel und nicht als allgemeine Vorgabe für T2 zu verstehen.

Trainer*innen

Stimmen Trainingszeiten mit der Schule ab, beantragen bei Bedarf Förderunterricht und analysieren gemeinsam mit Athlet*innen, Eltern und Lehrkräften in Perspektivgesprächen den sportlichen Leistungsstand sowie weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Eltern

Nehmen an Perspektivgesprächen teil und erhalten eine transparente Einschätzung der sportlichen und schulischen Entwicklung ihres Kindes.

Lehrkräfte

Planen bei Bedarf Förderunterricht und bringen in Perspektivgesprächen ihre Einschätzung zur schulischen Entwicklung ein.

Schulleitung und Stundenplaner*innen

Koordinieren Unterricht und Leistungssport, erstellen die Stundenpläne und berücksichtigen dabei Trainingszeiten, Pausen sowie Essens- und Wegezeiten. Sie beziehen Bundesstützpunktleitung, Trainer*innen und Sportkoordinator*innen in die Planung ein und passen den Stundenplan bei Bedarf an.

Sportkoordinator*innen

Koordinieren die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sport, finalisieren die Stundenplanung und organisieren Förderkonferenzen, wenn aufgrund sportlicher Belastungen zusätzlicher Unterstützungsbedarf entsteht

Bundesstützpunktleitung

Prüft die vorgesehenen Trainingszeiten im Stundenplan und kann diese gemeinsam mit den verantwortlichen Trainer*innen bestätigen oder Änderungsbedarfe zurückmelden.

Athlet*innen

Benennen ihren Unterstützungsbedarf und stellen in Perspektivgesprächen ihren angestrebten Karriereverlauf sowie ihre eigene Einschätzung der Entwicklung vor.

→ Wissen kompakt: Was Schule mit ergebnisorientierten Kommunikationsstrukturen leisten kann

Referenzen

Descheemaeker, K., Shibli, S., Weissensteiner, J. R., & De Bosscher, V. (2025). Youth sport and talent development policies: An umbrella review of the foundation and talent phases for future high performance. Journal of Sports Sciences.

Deutscher Olympischer Sportbund. (2023). Anforderungsprofil für bundeseinheitliche Kaderkriterien für den Landeskader und den Nachwuchskader 2.

Deutscher Olympischer Sportbund. (2025). Rahmenrichtlinien zur Entwicklungsbewertung und Förderung des Nachwuchsleistungssports. Fortschreibung 2025.

Duffner, P. (2017). Können Umfeldbedingungen die Leistung beeinflussen? Wenn ja, wie kann ich sie verbessern? IAT Wissen kompakt. Retrieved 10.08.2026, from https://sport-iat.de/faq/detail/koennen-umfeldbedingungen-die-leistung-beeinflussen-wenn-ja-wie-kann-ich-sie-verbessern

Endesfelder, K., Ochs, J. (2022). Was Schule mit ergebnisorientierten Kommunikationsstrukturen leisten kann - Best Practice des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin. IAT Wissen kompakt. Retrieved 10.08.2026, from https://sport-iat.de/digest/detail/was-schule-mit-ergebnisorientierten-kommunikationsstrukturen-leisten-kann-best-practice-des-schul-und-leistungssportzentrums-berlin

 

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